shellac selber machen

DIY: Shellac selber machen – Step By Step zu High Gloss Nägeln

Shellac: Kratzfest, lange haltbar und High Gloss

Kann ich Shellac selber machen? Definitiv ja. Fakt ist: Für wunderschöne Shellac-Nägel musst du nicht unbedingt viel zahlen und einen Termin im Nagelstudio machen. Denn eine Shellac Maniküre ist super easy. Und auch ohne großes Talent machbar. 

Was ist Shellac?

Shellac kannst du dir als einen haltbaren Nagellack vorstellen. Es ist ein kratzfester, glänzender und lichthärtender Gel-/UV-Lack. Das bedeutet Shellac trocknet nicht an der Luft, sondern unter einer UV/LED Lampe. Pluspunkt: Nachdem der Shellac aus der Lampe kommt ist er direkt trocken und wischfest. Wedeln, pusten und warten könnt ihr euch deshalb sparen. Dazu ist er deutlich robuster und länger haltbar als lufttrocknender Nagellack, der ja gerne schon nach 2-3 Tagen die ersten Macken zeigt. Mit Shellac dagegen habt ihr rund zwei Wochen Ruhe und top gepflegte, glossy Nägel.  

Shellac selber machen: Lohnt es sich?

Auf jeden Fall. Denn wer auf Dauer die Shellac Maniküre selber in die Hand nimmt, spart nicht nur Zeit, sondern auch Geld. Natürlich brauchst du erstmal eine entsprechende Ausrüstung. Diese Investition zahlt sich aber schnell aus. Denn eine Shellac Behandlung im Nagelstudio kostet je nach Studio zwischen 30 und 50 Euro. Da Shellac im Grunde einfach wie normaler Nagellack aufgetragen wird, ist das Ganze auch einfacher als du es dir wahrscheinlich vorstellst. Klingt gut? Wenn du jetzt auch Lust hast das Ganze mal auszuprobieren, lies weiter. 

Auf einen Blick
Shellac Nägel selber machen: Was braucht man alles für Shellac?

Wir haben dir die Produkte verlinkt, die wie selber benutzen und mit denen wir gute Erfahrungen gemacht haben. Du kannst dir natürlich auch ein Starter Set holen. Das ist meist günstiger.
Allerdings spricht auch einiges dagegen. Stellst du individuell zusammen, kannst du dir deine Lackfarben selber aussuchen und auch die qualitativ besten Artikel für dich individuell zusammen stellen. Denn in den Starter Sets sind leider oft nicht die besten Lacke. Vor allem ein guter Base- und Top Coat macht einen himmelweiten Unterschied. 

 Shellac selber machen: Step by Step

Shellac selber machen

Step 1 –Shellac selber machen – Nägel vorbereiten

Wie bei jeder Maniküre muss der Naturnagel erstmal vorbereitet werden. Also als erstes den alten Lack entfernen. Anschliessend pflegen, reinigen und feilen. Die Nagelhaut zurückschieben und von der Nagelplatte entfernen. Dafür nehmt ihr das Rosenholzstäbchen oder den Propusher

Step 2 –Shellac selber machen – Cleaner

Sind die Nägel soweit vorbereitet, kommen Cleaner und Zeletten zum Einsatz. Die Zeletten werden mit dem Cleaner durchnässt. Anschliessend werden die Nägel damit gereinigt und somit entfettet. Dadurch haftet der Lack besser und Bläschen werden vermieden. Apropos: Bitte keine Watte anstatt der Zeletten verwenden. Diese fusselt zu sehr. Und so könnt ihr euch die Maniküre ordentlich versauen.

Tipp: Cleaner ist ein Reinigungsmittel (Alkohol) für die Nägel und im Grunde nichts anders als  Isopropanol. Wir verwenden immer Isopropanol (70 Prozent) und es funktioniert einwandfrei. Isopropanol ist meist deutlich günstiger als Cleaner. Einfach mal Preise vergleichen. Zudem kannst du Isopropanol vielseitig einsetzten und es zum Beispiel auch im Haushalt als Desinfektionsmittel benutzen. 

Step 3 – Shellac selber machen – Buffern

Mit dem Buffer werden die Nägel leicht angeraut, damit der Lack besser halten kann. Dafür einfach mit dem Buffer behutsam über die Nagelplatte reiben. Hier sollte auf jeden Fall vorsichtig gearbeitet werden, um den Nagel bestmöglich zu schonen. Nach dem Buffern die Nägel komplett entstauben.
Je nachdem welcher Lack verwendet wird, kann das „Buffern“ auch weg gelassen werden. Denn es ist schonender für die Nägel nicht zu buffern. CND Lack funktioniert auch gut ohne zu buffern. 

Step 4 –Shellac selber machen – Base Coat auftragen

Nun sind die Nägel vorbereitet und es kommen Lack und Lampe ins Spiel. Denn Shellac trocknet nicht wie normaler Nagellack an der Luft, sondern wird unter einer UV/LED Lampe getrocknet und ausgehärtet. Gestartet wird mit einer dünnen Schicht Base Coat. Einfach wie normalen Nagellack auftragen und einen kleinen Rand zur Nagelhaut lassen. Anschliessend 2 Minuten unter der Lampe aushärten.
Die Trocknungszeit unter der Lampe kann je nach Lampe und Lack variieren. Eine LED Lampe trocknet schneller als eine UV Lampe.

Step 5 – Shellac selber machen – Farblack auftragen

Nachdem der Base Coat ausgehärtet ist, trage eine dünne Schicht UV-Farblack auf und lasse diesen wieder zwei Minuten unter der Lampe aushärten. Lasse auch hier einen kleinen Rand zur Nagelhaut. Tipp: Halte die Fingerspitzen beim Auftragen des Lackes am besten nach unten, damit der Lack nicht in die Ränder und Nagelhaut laufen kann. Entferne eventuellen Überschuss vor dem Aushärten in der Lampe mit Hilfe des Rosenholzstäbchens. Den Vorgang für optimale Deckkraft wiederholen. Und das versiegeln/ummanteln der Nagelspitze nicht vergessen. 

Step 6 – Shellac selber machen – Top Coat auftragen

Als letzte Schicht wird der Top Coat aufgetragen und zwei Minuten unter der Lampe ausgehärtet. Auch hier den Nagel vorne gut ummanteln/versiegeln. Der Top Coat sorgt für eine glänzende und glatte Oberfläche. Bei allen Schichten sollte für ein tolles Ergebnis sauber und gleichmäßig gearbeitet werden. 

Step 7 – Shellac selber machen – Schwitzschicht entfernen

Abschliessend wird die Schwitzschicht/Inhibitionsschicht mit Cleaner und Zeletten abgewischt. Die Schwitzschicht ist eine klebrige Schicht, die den Eindruck erweckt, dass die Nägel nicht richtig ausgehärtet sind. Sie muss aber einfach nur entfernt werden: Dafür die Zeletten mit dem Cleaner tränken und die Nägel abwischen. Et volià, fertig sind die Shellac Nägel. Jetzt kannst du deine Nägel noch mit einem Nagelöl pflegen.

Die Schwitzschicht wird übrigens nur nach dem Top Coat abgetragen. Wird eine neue Schicht aufgetragen, ist es besser vorher nicht abzucleanern. Denn so können sich beide Schichten besser verbinden.

shellac selber machen

FAQ

Was ist der beste Shellac?

Viele Marken wurden getestet, aber keiner war so zufriedenstellend wie CND Shellac. Jolifin und einige günstige Lacke haben nicht komplett überzeugt. Da der Lack zum Teil nicht richtig trocken wurde, das Ergebnis unsauber war und die Nägel in Mitleidenschaft gezogen wurden.

CND ist zwar der teuerste Lack, aber bisher auch der beste. Warum? Das Ergebnis ist sauber und professionell, der Top Coat glänzt super schön und der Lack härtet perfekt aus. Die Anwendung ist einfach. Und vor allem lässt sich der Lack sehr gut und nagelschonend wieder entfernen. Auch ist das „anbuffern“ der Nägel mit CND Lack nicht unbedingt nötig. 

Viele günstige Lacke ziehen so stark in den Nagel ein, dass sie kaum mehr runter zu bekommen sind. Wer es dann mit der Feile versucht, läuft schnell Gefahr zu viel weg zu feilen und sich somit die Nägel kaputt zu machen. Deshalb ist es sehr wichtig qualitativ gute Produkte zu wählen. Das gilt vor allem für Base- und Top Coat.

Natürlich haben wir nicht alle UV-Lacke getestet, die es gibt. Wie Pinc Gellac, der auf jeden Fall auch noch ausprobiert wird. Pinc Gellac Lacke sollen auch sehr gut sein, sind aber deutlich günstiger als das CND Sortiment. 

Vor-und Nachteile von Shellac

Vorteile

  • Shellac sieht toll und professionell aus. Im Alleingang bekommt ihr so Ergebnisse wie aus dem Nagelstudio hin. Das Ganze ist relativ easy zu Hause machbar. Und der Look ist natürlicher als die typischen  Gel-Nägel. 
  • Shellac ist deutlich langlebiger und robuster als lufttrocknender Nagellack. Das spart ständiges nerviges ausbessern und nach lackieren. Generell muss nicht so oft komplett neu lackiert werden. Deshalb ist Shellac auch zeitsparender. Bis zu zwei Wochen hält eine Shellac Maniküre. Konventioneller Lack in der Regel um die drei Tage bis die ersten Macken auftauchen.
  • Direkt nach dem Aushärten in der Lampe sind Shellac Nägel trocken und kratzfest. Langes warten und pusten, dass der Lack endlich trocknet, gehört damit der Vergangenheit an.
  • Shellac könnt ihr relativ einfach wieder selber entfernen.

Nachteile

  • Shellac hält zwar länger als lufttrocknender Nagellack, aber nicht so lange wie Gel- oder Acrylnägel aus dem Nagelstudio. Diese können auch mal 4-5 Wochen halten. Mit Shellac ist auch kein Aufbau, also keine Nagelverlängerung möglich. 
  • Zum Entfernen von Shellac wird Aceton benötigt. Und der ist nicht gerade nagelschonend. Auf jeden Fall sollte Shellac nur bei gesunden Nägeln angewendet werden.
  • Für das Aushärten von Shellac wird eine UV/LED Lampe benötigt. Das UV Licht nicht gerade gut für die Haut ist, ist kein Geheimnis. Es gibt allerdings spezielle Handschuhe, mit denen die Hände unter der Lampe geschützt werden können. LED Licht gilt als unschädlich.
  • Shellac ist nicht für jeden die richtige Wahl. Es ist nur bei gesunden Naturnägeln empfehlenswert. 

shellac selber machen

Was ist der Unterschied zwischen Shellac und Gel-Acrylnägeln?

Shellac hat nicht die gleiche Stabilität wie künstliche Fingernägel aus Gel oder Acryl. Denn Shellac wird viel dünner aufgetragen. Shellac ist sowas wie ein Zwischending zwischen echtem Gel und konventionellem Nagellack. Empfindlicher als künstliche Fingernägel, aber stabiler als normaler Nagellack. Aufgrund dessen hält er auch nicht so lange wie Gel-/Acrylnägel aus dem Nagelstudio.

Auch ist mit Shellac keine Nagelverlängerung möglich. Wer von Natur aus kurze Nägel hat und sich längere wünscht, kann das nicht mit Shellac verwirklichen. Dafür müssen die Nägel mit Gel oder Acryl verlängert werden.

Acryl- oder Gelnägel können den Naturnagel ziemlich in Mitleidenschaft ziehen. Das bezieht sich vor allem auf das Entfernen, wenn der Lack zu extrem abgefeilt wird. Das sollte nur ein Profi machen. Oder ihr lasst den Lack rauswachsen. Sieht nicht besonders schön aus, aber ihr seid auf der sicheren Seite und macht eure Nägel nicht kaputt.  

Ist Shellac schädlich?

Die Inhaltsstoffe von Shellac an sich sollen nicht schädlich sein. Denn gewonnen wird Shellac laut Netdoktor aus den Ausscheidungen der Lackschildlaus. Puh… auch kein wirklich schöner Gedanke, oder? Naja immerhin ist es somit ein Naturprodukt. 

Kritischer ist die Bestrahlung mit UV-Licht und das Entfernen des Lacks mit Aceton. Aceton ist relativ aggressiv und kann die Nägel angreifen und brüchig machen. Deshalb gilt es die Nägel nach dem Entfernen des Lackes gut zu pflegen. Sollten die Nägel zu sehr leiden, dann ist eine Shellac Pause ein Muss, damit sich die Nägel wieder erholen können. Persönliche Erfahrung: CND Shellac hat den Nägeln bisher nicht geschadet. 

Für wen eignet sich eine Shellac Maniküre?

Nicht für jeden ist Shellac das Non Plus Ultra. Die Voraussetzung für eine Shellac Maniküre sind gesunde Nägel. Je weicher, kaputter, spröder und angegriffener der Nagel ist, desto weniger eignet sich Shellac. Bei mitgenommenen Nägeln wird das Problem durch Shellac nur verstärkt. Bei Problemnägeln macht es auf jeden Fall Sinn sich professionell beraten zu lassen.

Wer die Nägel tendenziell lieber kürzer trägt und stabile Naturnägel besitzt: Go for it! In dem Fall ist Shellac optimal.

Aber: Wer keine langen Naturnägel besitzt und sich lange Nägel wünscht, wird mit Shellac nicht glücklich. Denn eine Nagelverlängerung ist mit Shellac nicht möglich. Hier ist man mit einer Acryl- oder Gelmodellage deutlich besser bedient. 

Wie entferne ich Shellac?

Normaler Nagellackentferner funktioniert nicht. Es wird ein spezieller Remover mit Aceton benötigt. Der erste Schritt: Den Shellac mit einer Feile anrauen. Danach werden die im Remover getränkten Wattebäusche für 10 Minuten auf den „Nägeln befestigt“. Das funktioniert entweder mit Hilfe von Alufolie oder diesen Klemmen. Alternativ können die Nägel auch circa 10 Minuten in dem Entferner „baden“. Anschliessend kann der Lack mit einem Rosenholzstäbchen oder Propusher runtergeschoben werden. 

Shellac selber machen: Brauche ich keinen Primer?

Bei CND Shellac ist er nicht nötig. Ein Primer ist nur bei Haftungsproblemen empfehlenswert. Primer ist Haftvermittler, der nach dem entfetten aufgetragen werden kann. Also nach dem Cleaner und vor der ersten Schicht Lack (Base Coat). 

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